Tradition

  • Als im Jahr 1876 Johann Schneider von seinen Verwandten, dem Maurer und Landwirt Michael Junker das Wohnhaus mit der Plan-Nr. 1028 an der Hauptstraße in Bann kaufte und darin die Gastwirtschaft "Zur Steinalb" eröffnete, konnte er nicht ahnen, dass man 125 Jahre später, in der fünften Generation, den Gastronomiebetrieb immer noch führt. Grund für die Familie Schneider, dieses Jubiläum auch gebührend zu feiern.
  • Am vergangenen Wochenende fand in der angrenzenden Gartenwirtschaft die Jubiläumsfeier statt. Zwei Tage lang gaben sich die Besucher, Gäste und Freunde des Hauses ein buntes Stelldichein. Zum "Geschäftsjubiläum" gratulierten von offizieller Seite Ortsbürgermeister Arnold Germann, der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Kaiserslautern, Karlheinz Schott und der Werkvolkfanfarenzug Bann.
  • Für die Bewirtung der Gäste hatte die Familie Schneider weder Kosten noch Mühen gescheut. Und während die Großen bei munterem Plausch zusammen saßen, ließen Kinderkarussell und Kinderbelustigungen bei den Kleinen keine Langeweile aufkommen. Den sonntäglichen Frühschoppen begleiteten die Westpfälzer Blasmusiker aus Bann mit flotten Weisen.
  • Ein Blick in die Chronik des Hauses Schneider zeigt, dass die Gaststätte in den zurückliegenden Jahrzehnten viele Veränderungen erlebt hatte. 1882 wurde ein Tanzsaal angebaut. Vier Jahre später fand, wegen Umbau der Dorfschule, für fünf Monate für alle Schulklassen der Unterricht in der neuen Gastwirtschaft statt. Als Miete wurden 50 Gulden pro Monat gezahlt. Im Jahr 1892 fiel die Gaststätte einem Brand zum Opfer.
  • Sohn Karl, der in einer Brauerei in Landstuhl arbeitete, übernahm das Anwesen und baute die Gaststätte, die um die Jahrhundertwende Haltepunkt der Postkutschenlinie Landstuhl - Pirmasens war, wieder auf. Von einer schweren Krankheit heimgesucht, verstarb er mit 36 Jahren. Seine Frau Amalie führte den Betrieb bis zur Übergabe an ihren Sohn Karl (1952) alleine weiter. Waren es 1936 die Westwall-Arbeiter, die das ganze Haus belegten, fanden 1938 Soldaten eine Unterkunft in der Gaststätte. 1944 wurde das Haus für ein Lebensmittellager beschlagnahmt, 1945 von den Amerikanern, 1948 von den Franzosen besetzt.
  • 1962 wurde das Haus bis auf die Grundmauern abgerissen und neu aufgebaut. Mit einem bunten Abend wurde die Übergabe der Gaststätte an Sohn Karl-Heinz 1969 gefeiert. Ein stolzer Erfolg in der Gastlichkeit konnte Karl-Heinz Schneider 1979 mit der Auszeichnung »Das gepflegte Gasthaus« verbuchen.
  • Karl-Heinz Schneider, in seiner Doppelfunktion als Gastwirt und Friseurmeister, baute nicht nur die Gaststätte weiter aus, sondern fand darüber hinaus auch noch Zeit, sich in Lehrgängen auf dem Gebiet der Gastronomie weiterzubilden. Mit Erfolg abso1vierte er 1982, zusammen mit seiner Ehefrau Liesel, einen großen Koch- und Servierlehrgang. Im gleichen Jahr besuchte er ein Weinseminar am Weininstitut in Mainz, wobei ihm der Titel als »erster Weinfachmann der Sickinger Höhe« zuerkannt wurde.
  • Im vergangenen Jahr übergab Karl-Heinz Schneider, der vor 25 Jahren das »Hundertjährige« mit über 2.300 Gästen feiern konnte, die Gastwirtschaft an seinen Sohn Karl, gelernter Metzger und Koch, der sie nunmehr mit Ehefrau Karina in der fünften Generation weiterführt.

Suche

Wetter

 

Statistik

Besucher
5
Beiträge
9
Anzahl Beitragshäufigkeit
15530

Login

Info

Copyright © 2017 Steinalb.de. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.